2019 - Mein Jahresrückblick

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2019 - Mein Jahresrückblick

2019

Ein Rückblick. Ein Ausblick. Ein Rundumblick.

Mein Wort des Jahres.

Ich überlege mir jedes Jahr ein Wort für das neue Jahr als eine Art „Vorhaben“. Ein Wort anstatt 1000 ToDos, die man eh nicht schafft. 2019 war mein Wort „Frieden“. Nach einem turbulenten Jahr 2018 merkte ich, wie ich mich zwar glücklich, aber auch etwas rastlos fühlte. 2018 war so viel passiert, dass sich das kaum gedanklich fassen ließ – das löste in mir eine Ruhelosigkeit aus, die ich in der Form noch nicht erlebte. Ich glaube tatsächlich, dass ich nun friedlicher bin als noch im vergangenen Jahr. Auch Dank meiner Zeit in Tansania. https://merrylou.de/web2/was-ich-von-tansaniern-lernen-moechte/

Mein geteiltes Jahr.

Die erste Hälfte des Jahres fühlte ich mich sehr erwachsen. Ich arbeitete, bewältigte die erste Steuererklärung und hatte einen geregelten Tagesablauf. Meine zweite Hälfte des Jahres war eine Auszeit, eine Auszeit von allem. Keine Verpflichtungen. Keine Termine. Kein Ehrenamt. Ich hatte gar nicht mehr gewusst, wie wunderschön das sein kann. Was ich dabei gemerkt habe, war „Ja, die Uhren drehen sich auch weiter ohne dich. Ja, es läuft ohne dich. Ja, du bist ersetzbar.“ – sich von diesen arroganten Gedanken, die wohl in jedem stecken, zu lösen – das fand ich sehr erleichternd.

Berlin

Mein Sommer.

Sommeranfang. Etwas verwelkt, etwas krank, etwas gesundheitlich instabil, wobei ich mich immer frage, von wem ich dieses schlechte Immunsystem habe. Und gleichzeitig blühend. Mit endlosen Sofa oder Liegestuhltagen, mit vieeel Familie, mit kleinen Ausflügen, mit Schönheit.
Alles hat seine Zeit. Man kann nicht immer in voller Blüte stehen. #reset

Hohenwarte Talsperre

Sommermitte. Ich dachte nicht, dass ich Angeln so spannend finde. Die Stille, das Beobachten des Wassers, Spannung und Frustrationstoleranz, falls es nicht klappt. Geduld. Im Leben wollen wir, dass alles sofort klappt, vielleicht wie beim Angeln, der dicke Fisch beißt nicht sofort an.
2x waren wir auf dem See. Einmal mit dem Schlauchboot St. Igor und mit dem Holzboot. Auf dem Wasser stellt sich zum ersten Mal die Mischung aus Abenteuer und Entspannung ein. Ich merke, ich habe frei, bin frei und genieße das Hier und Jetzt. Ruhephase. Alles im Leben hat eine Zeit. Ich bin es gewohnt viel unterwegs zu sein, in den vergangenen Jahren. Jetzt habe ich einen ruhigen Sommer.

Familienurlaub im Odenwald

Sommerende.

Ende August machte ich mich auf eine dreimonatige Reise, die ich wahrscheinlich als die Reise meines Lebens bezeichnen kann. Ich überwand große Ängte, lernte viel, erlebte Kulturaustausch und kann meine Smalltalk-Stories nun wohl um eine „Ich damals alleine in einer Buschhütte, mit gesperrtem Konto, kein Geld und kein Internet“ Geschichte ausbauen.

Mein medialer Lerneffekt.

Ich dachte, dass mich Instagram eigentlich wenig beeinflusst. Dass mein Charakter gefestigt genug ist, um mich mit den Menschen, die um die Welt reisen, zu freuen. Mich für Babys und Hochzeiten begeistere, ich von den krassen Bastelkünsten der Instalehrerinnen bereichert bin und ich Instagramern folge, die eine grundlegend andere Meinung haben, um mich damit auseinander zu setzen. Irgendwann merkte ich, dass ich mich aufrege, wenn ich die App öffne. Mir die immer wieder gleichen einseitigen Meinungen auf den Keks gehen, mich Reisebilder, die zeigen, wie man die Beine baumelnd aus einem Helikopter über New York hält, komplett nicht interessieren und ich mich frage, warum alle Lehrer Stunden damit verbringen, Geschenke für ihre Schüler als Belohnung zu basteln, die zu Hause eh in die nächste Tonne wandern. Sehr befreiend ordentlich zu deabonnieren. Die Lehreraccounts löschte ich als erstes vollständig. Es war Zeit die Influencer, die mich negativ influencen zu löschen und mich regelmäßig durch meine Liste zu scrollen, ob ich nicht wieder jemanden löschen könne. Das befreite mich in einem Maße, wie ich es nicht erwartet habe.

Mein Startpunkt.

Als ich von Tansania nach Hause kam, wusste ich, dass eine Zeit vorbei ist. Eine Zeit der maximalen Unabhängigkeit. Ich habe Probleme damit, wenn etwas endet. 2019 sind viele meiner Freude weggezogen. Vorbei. Und nun liegt eine Zukunft klar und rein vor mir. Ein neues Jahrzehnt. Ein vergangenes Jahrzehnt, in dem jedes Jahr auf seine eigene Art spannend war.

2010 Schulwechsel. 2011 ein Neuanfang. 2012 die Volljährigkeit. 2013 das Abi. 2014 der Beginn einer Freiheit mit den tollsten Freunden der Welt. 2015 Unabhängigkeit und verrückt war alles auch. 2016 der Bachelor und ein BurnOut. 2017 entdeckte ich das Reisefieber. 2018 war ich Master und Mitarbeiterin an der Uni. 2019 wagte ich mich ins Ungewisse. 2020 beginnt ein neues Jahrzehnt. Aufregend.

Was sich IN MIR entwickelte.

Ich bin stolz. Stolz auf das, was ich dieses Jahr machte, was ich mir nie vor ein paar Jahren zugetraut hätte. Stolz und dankbar, bei Rotary und mit Politikern über Menschenhandel sprechen zu dürfen, Stolz und dankbar Vorträge über mein Herzensthema gehaltet zu haben.

Was ich mir für 2020 wünsche:

Ich möchte fauler werden. Die letzten Jahre hatte ich so volle Terminkalender, was auf der einen Seite total schön ist, mich auf der anderen Seite aber auch enorm stresste und unruhig machte. „Mach weniger“, höre ich oft. Ich habe keine Lust mehr auf die 110% und auf immer volle Leistung geben. Ich wünsche mir Abende für mich allein. Nach der Arbeit einen Termin anstatt drei. Nur noch ein Ehrenamt. Weniger „feste“ Wochentermine. Schließlich bin ich auch keine Anfang 20 mehr. 😉

Ich danke Gott für dieses Jahr. Für ein Jahr, was mir erneut zeigte, wie sehr es sich lohnt, zu LEBEN.
 

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