(Ängstliche) Vorfreude - Tansania

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(Ängstliche) Vorfreude - Tansania

Noch ein paar Wochen bis zum Flug. Ich bin geimpft, der Adapter ist eingetroffen, Auslandsversicherungen sind abgeschlossen, Reiserücktrittsversicherung, die freiwillige Versicherung für die Monate davor auch. Haftpflicht, Unfall alles safe. Ref-Bewerbung fast vollständig, Visum beantragt, Medikamente fast komplett.

Noch ein paar Wochen bis ich ein paar Monate in Tansania bin, dort bei einer Familie lebe und auf die Kinder aufpasse.

Wie läuft das mit dem Internet und der SIM-Karte? Keine Ahnung. Die inneren ToDo-Listen werden nicht kürzer. Vergesse ich was Essentielles? Bestimmt vergesse ich irgendwas. So wie ich immer das Wichtigste vergesse. Weil ich trödelig bin, unstrukturiert, verplant – jedenfalls, wenn es um praktische Dinge geht. Ein mulmiges Gefühl macht sich in meiner Bauchgegend breit. Warum mache ich das eigentlich? 30 Stunden Reise ganz alleine. Ganz alleine 10 Stunden an einem Flughafen am anderen Ende der Welt übernachten. Die letzten Tage meines Aufenthalts noch ganz alleine Nächte auf einem Campingplatz verbringen. Auf dem afrikanischen Kontinent! Gerade Ich als ängstlicher Mensch… Und dann noch die Finanzen, ich lebe von meinem Ersparten und habe erst wieder ab Februar einen Job. Die Vernunft meldet sich und lässt das ungute Gefühl in meine Halsgegend wandern. Das Schlucken fällt schwer.

Angst.

Wie ein Schwall, der mich übermannt. Zeitweise.

Ich schwanke ständig zwischen Endzeitszenarien und „schön wird es bestimmt“ Gedanken und stecke alle um mich herum damit an.

Angst ist normal. Objektive Angst ist überlebensnotwendig. Ich habe Furcht. Und der versuche ich mich entgegenzustellen. Ich denke, Furcht will uns Tiefliegendes über uns zeigen. Wovor haben wir Angst bzw. Furcht? Bei mir ist es vor allem:

Die Furcht alleine zu sein und Furcht in einem fremden Land auf einem fremden Kontinent verloren zu gehen. Einsamkeit. Ich bin unfassbar ungern alleine.

„Du gehst doch nur drei Monate nach Tansania.“ Höre ich die Stimmen von Menschen, die schon auf der ganzen Welt lebten.

Für andere sind es „nur“ 3 Monate, für mich sind es unfassbare 3 Monate, die gerade vor mir liegen wie ein unbezwingbarer Kilimandscharo.

3 Monate, denen ich seit 2 Jahren entgegenfiebere.

Bei aller Furcht. Mit dem Lächeln kommt die Vorfreude zurück. Wenn auch eine ängstliche. Niemals kann ich jetzt einfach schon für den Rest meines Lebens arbeiten. Denkt sich meine abenteuerliche Seite. Ich will die Welt sehen. Ich liebe die Welt. Denkt meine neugierige Art. Ich will in die Fremde, in der es nicht fremder sein kann. Denkt meine mutige Art. Ich habe Angst, denkt meine furchtsame Art.

Und vielleicht ist das alles normal. Das Chaos. Die Furcht. Die Vorfreude. Die Emotionen.

Ich brauche ihn. Den Aufbruch. Meinen Aufbruch. Meinen MUT-Aufbruch.

(Es sei denn, ich erleide demnächst einen Blinddarmdurchbruch, aber vielleicht sind das auch schon Nervositätsbauchweh. Hoffentlich. 😉 )

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