Expectation vs. Reality - in meinem Leben

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Expectation vs. Reality - in meinem Leben

Vorstellung im Gegensatz zur Realität.

Heute widme ich mich den Vorstellungen über das Leben. Wie ich mir mein Leben noch vor 3 Jahren ausmalte und wie es wirklich ist. Denn diese Diskrepanz bringt mich häufig ins kopfschüttelnde Lachen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber noch vor 3 Jahren hätte ich nie damit gerechnet was mal aus mir wird. So was ganz anderes irgendwie. Und ich frage mich, wann ich den Punkt verpasst habe, an dem alle anderen auf den Zug aufgesprungen sind, von dem ich dachte, dass ich mit diesem mit 25 Jahren (mit)fahre.

Expectation vs. Reality:

Geradliniger Lebenslauf vs. Irgendwas zwischen überbezahlt und arbeitslos

Einer meiner stärksten Charaktereigenschaften ist, dass ich weiß, was ich will. Ich brauche keine Umwege. Auslandsjahr nach dem Abi, Auslandssemester oder einfach länger studieren – kam für mich nie in Frage. Geradlinig war mein Lebenslauf. Lückenlos ist er vielleicht immer noch. Aber früher wollte ich direkt nach dem Studium ins Ref. Und dann lebenslang in den Job. Aber es sieht danach aus, dass ich wohl in den 1,5 Jahren nach Studienende in Wirbeln gegangen bin. Plötzlich nehme ich den unerwarteten Job an der Uni an und verschiebe alles andere nach hinten. Dann lasse ich mich nicht für die zweite Förderphase in eben diesem Job verlängern, sondern chille ein bisschen von meinem Ersparten. Schlage ein kleines neues Kapitel im Ausland auf, um anschließend wieder ein bisschen arbeitslos zu sein, bevor ich ins Ref. gehe. Nächstes Jahr aber erst. Bleibe ich dann Lehrerin oder mache ich was anderes? Keine Ahnung. Momentan mag ich wirbelnde Lebensläufe.

Reihenhaus vs. Zwischendurch bei Mama wohnen

In meinen Vorstellungen lebte ich mit 25 im familiären Reihenhaus. Meine Freundinnen ziehen mit ihren Freunden zusammen und ich ziehe zwischen Job und Ausland zur Überbrückung wieder ins heimische Kinderzimmer. Läuft. 😀

Think Pink – Barbie vs. Ungeschminkt

Früher ging ich nie ungeschminkt aus dem Haus. Blonde Haare, lackierte Nägel, rosa Outfit. Wer kennt mich noch so? Rosa liebe ich für immer, aber ich frage mich, warum Wimperntusche heutzutage nicht mehr hochwertig ist. Oh falsch, sie ist eingetrocknet, weil ich so selten meine Wimpern tusche.

Mama sein vs. „Boah bin ich froh, dass ich noch keine Kinder habe!!!“

Als Kind habe ich mich mit 25 Jahren immer als Mama gesehen. Fragte man mich nach meinem Lebenstraum, sagte ich: Heiraten und Kinder bekommen. Mit 20 war das auch noch so, ich kommunizierte das und alle schauten mich komisch an. Aber ich wäre einfach mit 20 super bereit für Kinder gewesen.

Tja und jetzt fühle ich mich im Vergleich zu anderen ein wenig als rebellische, emanzipierte, unabhängige Singlefrau. Und bemitleide irgendwie ein bisschen die früh heiratenden Menschen. Und denke mir im Stillen, oh wie gut, dass ich machen kann was ICH will. Vielleicht hole ICH jetzt eine egobezogene Phase der jugendlichen Entwicklung nach? ICH, ich kann nur an mich denken. Und kann machen, was ICH will. Wunderbar. Egal, dass ich damit fast schon alleine bin in meinem Alter. 😀

Politisches Desinteresse vs. Aktivismus

Ne, also mit Politik habe ich nichts zu tun. Gar nicht mein Ding- das dachte ich lange. Mh, ich habe erst gecheckt, dass ich sowas wie „politisch aktiv“ bin als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen kann, einen Beitrag zu machen wie man als politisch Handelnde den christlichen Glauben lebt. Okay ich freunde mich dann mal mit mir als „politisch Handelnde“ an.

 Harmoniebedürftige Angepasstheit vs. Kontroversen schaffen

Harmonie liebte und liebe ich. Jetzt merke ich aber eine kleine impulsive kontrovers diskussionsfreudige Ader in mir, die sich einen ganzen Tag lang aufregen kann, warum wir heutzutage politische Themen nicht mehr kontrovers diskutieren (dürfen), sondern lieber im emotional beladenen Einheitsbrei mitschwimmen. Und aus Prinzip erst mal eine andere Meinung aufzeige, die ich vielleicht gar nicht vertrete. Einfach so aus Spaß an der Freude. Hauptsache kontrovers (also ein bisschen..Harmoniesucht ist ja grundsätzlich noch da.).

Spießer vs. Hippie

Früher wollte ich Spießerin werden. Heute ein bisschen Hippie. Als ich neulich einem Freund, der mich schon lange kennt, erzählte, dass ich es liebe ohne Plan zu reisen, gerne in Hostels schlafe und echt Lust auf Zelten habe, meinte er verwundert, dass das aber noch nicht immer so sei. Das stimmt, früher konnte ich nur in meinem eigenen Bett gut schlafen, heute überall.

Sicherheit vs. Abenteuer

Lange Zeit wünschte ich mir Sicherheit für mein Leben. Job, Mann, Kinder. Heute merke ich, dass ich da „raus“ muss. Ich „muss“ gehen. In meine eigene Unsicherheit. In mein kleines Abenteuer.

Ich habe in den letzten Jahren einen ziemlichen Wandel hingelegt und mir geht es ziemlich gut damit.


Ich habe gelernt, dass das Leben, was ich immer leben wollte, vielleicht nicht das ist, was ich leben werde. Und das ist gut so. Ich liebe meine kleine Entdeckungsreise: das Leben.

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