Mein ganzes halbes Jahr 2017

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Mein ganzes halbes Jahr 2017

Mein ganzes halbes Jahr schlummert schon einen Monat lang in den Archiven. Jetzt wird es frei gesetzt. Der erste Teil meines aktuellen Lieblingsjahres. Ich hoffe, der leicht mitschwingende Pathos hält sich noch in Grenzen.


Hatte ich mir Ende letzten Jahres untypischerweise noch die Augen aus dem Kopf geheult, so hat mein ganzes halbes Jahr 2017 es geschafft, alle zu trocknen. Alle. Bisher. Geweinten. Tränen. Für den Rest des Jahres.

Ich bin gegangen mit einem “Auf Wiedersehen” und zurück gekommen ohne ein wieder, gar ohne ein sehen. Menschen gehen und es kann sein, dass wir uns schon morgen nicht mehr wieder sehen.

Ich habe verstanden, dass das Morgen noch in genau solch einer Ferne liegt, wie das Gestern bereits weit vergangen ist. Es geht um das Jetzt und das immer wieder. Das Gestern und das Morgen bestimmen uns nicht, höchstens das, was wir über sie erzählen.

Ich habe mir in Prag die Füße wund getanzt. In München like a real lady gefühlt. Meinen Opa in Potsdam an der Hand gehalten. In Gießen alte Freundschaften belebt, bin ins Wasser gesprungen und habe hier mein Leben gelebt.

Ich habe gesungen. Übertrieben. Und war wieder laut. Und leise. Ich warte nicht mehr. Auf nichts. Auf niemanden. Höchstens noch auf die Buchungsbestätigung der nächsten Bus- und Zugfahrt oder des kommenden Flugs.

Sorgen ist von Morgen borgen. Mein ganzes halbes Jahr hat eine kleine Sinnkrise überwunden und erneut erfahren, worin meine Identität und mein Sein liegt. Und zwar Gestern, Heute, Morgen und in Ewigkeit. Denn es geht um Licht, Farbe und Weisheit. Licht, welches scheint. Farbe, die wir bekennen und Weisheit, die wir hoffentlich alle mal ein bisschen mehr erhalten werden.

One Comment
  1. Wie unendlich schön du deine Gedanken ausgedrückt hast.

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