Sanftmut ist kontrollierte Kraft

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Sanftmut ist kontrollierte  Kraft

„Sanftmut ist kontrollierte Kraft.“ J.F. Macarthur

Sanftmut ist mein Wort des Jahres. Sanftmut ist das Wort, welches ich mir für 2018 ausgesucht habe. Mein Wort, was mich das Jahr über begleitet.

Anfang des Jahres – keine großen Listen, was ich in diesem Jahr alles tun möchte. Nur ein einziges Wort, welches ich mir ein halbes Jahr vorher schon auswählte.

Ich liebe Worte, die heute nicht jeder mehr gebraucht. Alte Worte. Worte, die von Tugenden erzählen. Worte, die in Vergessenheit geraten.

Sanftmut.

Meine Großtante ist mein Vorbild in der Sanftmut.

„Durch Sanftmut wirst du mehr gewinnen als durch Gewalt und Ungestüm.“ Jean de la Fontaine

Die Sanftmut achtet den anderen, sie stellt ihn höher als sich selbst, sie ist mutig und geduldig. Angenehm, mild und nachsichtig. Sie will keinen Schaden an den anderen heranlassen, sie bekämpft den Zorn im Entstehen. Sie ist eine sanfte Stimme, sie besänftigt und lindert Schmerzen. Sie ist die rechte Haltung in Diskussionen und die Verbindung von Kraft und Milde. Eine Eigenschaft Jesu. Sanftmut ist stark. Sanftmut ist sanfter Mut oder mutige Sanftheit.

Sanftmut – mein Wort für 2018. Mein Vorhaben.

Als ich letztes Jahr August mir mein Wort für 2018 suchte, dachte ich daran, dass ich die Sanftmut in Begegnung mit anderen Menschen brauche. Brauchte ich auch. Aber viel mehr brauchte ich die Sanftmut für mich selbst. Sanftmütig auf meine Belastungsgrenzen eingehen. Sanftmütig auf meine eigenen Fehler blicken. Sanftmütig zu mir selbst sein. Sanftmütig auf die verdrehten Worte meines Tagebuches am Anfang des Jahres schauen, welche noch alle Lügen glaubten. Sanftmütig zu mir selbst sein, dass ich nicht allen Menschen in den Kopf schauen kann. Sanftmütig zu akzeptieren, dass Täuschungen, Täuschungen bleiben. Sanftmütig meiner Seele erlauben, die erst nach und nach alles verstand. Und ich bin froh, den Mut in diesem Jahr gehabt zu haben. In sanften Mut mit erhobenem Kopf zu gehen. In Kraft. In Milde. In Konsequenz.

Und ich umarme mein dümmeres und naiveres Ich von vor einem Jahr. Ich umarme es und tröste es und sage ihm, dass es da nichts für können kann. Dass es keinerlei Schuld haben wird, auch keine Teilschuld. Ich umarme es und weiß, dass ich wachsen werde, ein Stück gerader laufen werde. Und dass ich gehen werde. In Sanftmut. Zu mir selbst.

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